Zeitungsbericht vom Sommerstammtisch

Bergsträßer Echo – 22.08.2019

Im Einsatz für Waisenkinder in Kenia

Sommer-Stammtisch beim Heppenheimer Verein Future for Children: Nächstes Projekt ist der Bau einer Solaranlage.

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Eine gute Zukunft für Kinder in Kenia, das wollen (von links) Vorsitzende Kerstin Bohn, Maren Kehler, zweite Vorsitzende Margarete Schmidt und Kassiererin Ingrid Barzen. Foto: Dagmar Jährling

HEPPENHEIM – (red). Der Heppenheimer Verein Future for Children setzt sich seit Jahren für elternlose Kinder in Kenia ein, hat dort unter anderem bereits ein Waisenhaus und eine Schule aufgebaut. Nun hat der Verein zum zweiten Mal in den 15 Jahren seines Bestehens zu einem Sommer-Stammtisch eingeladen. Anlass war der Besuch der Vereinsgründerin Maren Kehler in Heppenheim, die den weiten Weg aus Kenia angereist ist, um vom Projekt und den Fortschritten in dem afrikanischen Land zu berichten.

Der Einladung sind mehr als 25 Mitglieder, Paten, Freunde und Interessierte gefolgt. „Eine solch hohe Teilnehmerzahl wünsche ich mir auch für unsere Mitgliederversammlung am 25. Oktober“, sagt die Vereinsvorsitzende Kerstin Bohn bei ihrer Eröffnungsansprache mit einem Schmunzeln. Der Saal im „Gossini“ ist gut gefüllt, im Hintergrund werden kleine Filmsequenzen aus Kenia gezeigt. Fragen aus dem Publikum beantwortet die gebürtige Heppenheimerin Maren Kehler ausführlich und geduldig, etwa zu den Schicksalen der Waisenkinder oder zur Finanzierung des Projekts. Kehler schildert aber auch Alltagsprobleme in dem fernen Land, etwa Auflagen der Regierung beim Betreiben einer solchen Einrichtung.

Mittlerweile leben 16 Kinder im Waisenhaus, 15 Mitarbeiter sind dort tätig. In der Makemba Academy, der benachbarten Schule, werden rund 240 Kinder von 17 Lehrern in acht Grundschulklassen und drei Kindergartenklassen unterrichtet. Drei ältere Waisenkinder, die bereits auf weiterführende Internate gehen, werden laut Kehler ebenfalls durch das Projekt noch unterstützt. Zusammen mit den Schützlingen gehen die Mitarbeiter auch Recycling- und Nachhaltigkeitsprojekte an, So basteln die Kinder aus alten Wasserflaschen farbenfrohe Blumentöpfe oder Wandornamente. Die Kompetenzförderung macht Kehler zufolge die Makemba Akademie zu einer ganz besonderen Schule. Es gehe nicht nur um Intelligenz, sondern auch um die Förderung von emotionalen und sozialen Persönlichkeitsaspekten. Darüber hinaus lege man in der Schule großen Wert auf die musikalische Ausbildung der Kinder – was in kenianischen Schulen nicht selbstverständlich ist. In kurzer Zeit habe sich so eine Flötenklasse gebildet, die bereits im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs den vierten Platz belegt hat.

Als nächstes großes Projekt will man versuchen, mit dem Bau einer Solaranlage unabhängiger von der staatlichen Stromversorgung zu werden und so auch besser gewappnet zu sein gegen die häufigen Stromausfälle. Kehlers Bericht schließt mit einem Zitat von Mutter Theresa: „Glaube nicht, dass echte Liebe außergewöhnlich sein muss. Was wir brauchen, sind Menschen, die leben, ohne müde zu werden.“

Der Heppenheimer Verein zählt mittlerweile mehr als 120 Mitglieder und 37 Paten. Trotz aller Spenden und Beiträge freuen sich die Helfer weiterhin über Zuwachs. Informationen dazu sind auf der Website: www.future-for-children.de nachzulesen. Dort können auch Formulare ausgedruckt werden.

 

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