Kenias Geschichte

Ab ca. 800 n. Chr. Arabische Stadtgründungen und Handelsniederlassungen an der ostafrikanischen Küste (vermutlich Mombasa, Gede, Malindi, Lamu) Verbreitung des Islams in der Küstenregion.
12. – 15. Jh. Blütezeit einer afro-arabischen Stadt- und Handelskultur, in der die religiösen Werte des Islams und das von arabischen Lehnwörtern durchdrungene Swahili dominieren (Swahili-Kultur); intensive Handelskontake nach Arabien, Indien, China mittels hochseetüchtiger Dhaus. Malindi und Mombasa werden zu strategischen Stützpunkten
1498 Vasco da Gama ankert in Mombasa und Malindi.
ab 1500 Die Portugiesen beginnen sich an der ostafrikanischen Küste festzusetzen, versuchen den Fernhandel zu monopolisieren und versuchen Tribut- und Zollzahlungen durchzusetzen.
1593 – 1596 Die Portugiesen errichten Fort Jesus in Mombasa
ab 1600 Zahlreiche Revolten, besonders Araber aus dem Oman, gegen die portugiesische Fremdherrschaft.
ab 1730 Arabische Omani vertreiben die Portugiesen und ab 1744 beherrscht die Familie der Mazuri die Küstenregion, nahezu unabhängig von der Oberhohheit des Sultans von Oman.
1837 Der omanische Sultan Sayid entmachtet die Mazuri-Elite in Mombasa, unterwirft die Küstenregion seinem Machtbereich und verlegt 1840 seine Residenz nach Sansibar. In der zweiten Hälfte des 19.Jh. avanciert Sansibar zu einem der bestflorierenden Sklavenhandel des Kontinents.
ab 1840/1850 Die Briten sichern sich exklusive Handelsrechte in Ostafrika, gestützt auf Verträge mit dem Sultanen von Oman und Sansibar. Beginn der britischen Vorherrschaft im Indischen Ozean.
1844 – 53 Die Misssionare Johann Ludwig Krapf und Johannes Rebmann erkunden als erste Europäer das ostafrikanische Hinterland; 1848 entdeckt Rebmann den Kilimanjaro, 1850 Krapf den Mount Kenya.
1873 Offizielles Verbot des Sklavenhandels der, illegal betrieben, noch weit bis zur Jahrhundertwende fortbesteht.
1884 Auf der Berliner Kongo-Konferenz die von Otto von Bismarck einberufen wurde, werden die bis heute geltenden afrikanischen Landesgrenzen festgelegt. Die Briten erhalten den British East Africa Teil mit Kenya und Uganda, die Deutschen erhalten Tanganyika, das heutige Tansania.
1895 – 1901 Bau der Uganda-Bahn von Mombasa über Nairobi bis zu Port Florence am Victoriasee. Die Britische Kolonialverwaltung führt Kopfsteuern ein und zwingt die Eingeborenen in spezielle ausgewiesene Reservate.
1913 Gründung der ersten staatlichen Schule für afrikanische Kinder in Machakos.
1914 – 1918 Heftige Kämpfe während des Ersten Weltkrieges zwischen Deutschland und Großbritannien in Tanganyika.
1920 Kenya wird britische Kronkolonie; Tanganyika fällt an die britische Krone. Ab 1920 beginnen die Ostafrikanischen National-, Unabhängigkeits- und Widerstandsbewegungen sich zu organisieren. Gründung der Young Kikuyu Association (1921), der Kikuyu Central Association (1924), der Kenya African Union (1944).
1946 Jomo Kenyatta übernimmt die Parteiführung der Kenya African Union.
1950 – 1957 Mau-Mau Aufstand. Kenyatta wird 1953 zu 7 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und der Mau-Mau-Anführer Kimathi wird 1956 hingerichtet
1960 Verfassung für Kenya wird in London auf der Lancaster House Conference vorbereitet, die den Afrikanern die Mehrheit der Sitze im Minister- und im Gesetzgebenden Rat zusichert; Gründung der Kenya African National Union (KANU); 1961 wird der aus der Haft entlassene Kenyatta zum Präsidenten der KANU gewählt.
12.12.1963 Bei den ersten allgemeinen und direkten Wahlen wird Kenyatta mit überwältigender Mehrheit zum ersten Präsident Kenyas gewählt. Kenya wird offiziell unabhängig.
12.12.1964 Kenyatta erklärt die formale Herrschaft der britischen Königin Elizabeth II. für beendet und proklamiert in Kenya die Republik (Republic of Kenya)
60er Jahre Die ersten Jahre in Freiheit sind geprägt von den Schlagworten Uhuru (Kiswahili für Unabhängigkeit) und Harambee (Zusammenarbeit); Kenya gilt unter den westlichen Industrienationen als afrikanisches Musterbeispiel. Probleme wie der Shifta-Krieg in Nordkenya und die Ölkrise legen der jungen Nation Steine in den Weg.
1966 Die Führungsspitze der KANU bricht auseinander und die sozialistische Oppositionspartei Kenya’s People Union (KPU) wird gegründet.
1967 Danial arap Moi wird zum Vizepräsidenten nominiert.
1968 Der Gewerkschaftsführer und potentielle Kenyatta-Nachfolger Tom Mboya wird in Nairobi erschossen. Schwere Ausschreitungen zwischen Kikuyu und Luo sind die Folge.
22.08. 1978 Tod Jomo Kenyattas; Daniel arap Moi wird Nachfolger im Präsidentenamt
späte 80er Jahre Dem Regime Mois wird zunehmend eine despotische Herrschaft vorgehalten; Kenya gerät in außenpolitische Isolation und schwere Vorwürfe westlicher Geberländer; Amnesty International veröffentlicht erschütternde Dokumentationen zur Menschrechtslage in Kenya.
1990 – 1991 Der Außenminister und Präsidentennachfolger Robert Ouko wird ermordet.
Die Aussetzung internationaler Entwicklungshilfe zwingt Moi, den Weg zu einem Mehrparteiensystem freizumachen.
29.12.1992 Moi wird in seinem Amt als Präsident wiedergewählt.
29.12.1997 Bei den von Tumulten begleiteten Wahlen gewinnt Moi abermals die Präsidentschaft. Massive Unruhen in der Bevölkerung wodurch es zu empfindlichen Einbußen im Tourismus kommt.
08.08.1998 Bei einem Bombenattentat islamischer Fundamentalisten auf die US-Botschaft in Nairobi kommen zahlreiche Menschen ums Leben.
2002 Präsident Moi hat nach einem Vierteljahrhundert Regierungszeit seinen Rücktritt angekündigt . Neuer Präsident von Kenya wird Mwai Kibaki.
2002 – 2007 Mit der Gebührenbefreiung für die Grundschulausbildung(Primary School) hat die neue Regierung (seit Dezember 2002) ein wichtigs Wahlversprechen eingelöst. 1,3 Mio. zusätzliche Kinder werden eingeschult. Das Oppositionsbündnis NARC trat mit dem Ziel an, eine neue Verfassung zu verabschieden, Korruption zu bekämpfen und dadurch die Förderung Kenias durch den Internationalen Währungsfond und die Weltbank zu gewinnen. Die Verleihung des Friedensnobelpreises 2004 an die Umweltaktivistin Prof. Wangari Maathai rückte das Thema “Umwelt” in Kenia stärker in den Vordergrund. Die Durchsetzung einer konsequenten und modernen Umweltpolitik, Teil der “Economic Recovery Strategy for Wealth and Employment Creation 2003 – 2007″ der Kibaki-Regierung. Kenia ist allen einschlägigen Umweltkonventionen beigetreten. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (BfAI) hat Anfang 2003 ihr Büro in Nairobi wieder eröffnet und damit das Informationsangebot über Kenia bzw. Ostafrika deutlich erweitert.
2007 / 2008 Nach den umstrittenen Wahlen und folgenden Unruhen in Kenia Ende letzten Jahres scheint die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung ungewiss. Nach der knappen Wiederwahl des Präsidenten Mwai Kibaki wurden massive Vorwürfe der Wahlfälschung laut und äußerten sich in einer Destabilisierung der öffentlichen Sicherheit. Besonders der Tourismussektor als wichtigster Wirtschaftszweig des Landes und größter Deviseneinbringer musste hohe Einnahmeausfälle verzeichnnen, insgesamt betrug der Verlust der kenianischen Wirtschaft nach Angaben der Tokyo Foundation über US $ 2 MRd. Da auch der Hafen in Mombasa und der Transitverkehr in die Nachbarlänger zeitweise zum Erliegen kam, litt die gesamte Region unter der kenianischen Krise. Im Februar 2008 schlossen sich Kibakis Party of National Unity und die Oppositonspartei Orange Democratic Movement zu einer Einheitsregierung zusammen, so dass sich die Lage beruhigte. Priorität der neuen Regierung ist die Rückkehr Kenias in die Position als wirtschaftliche Lokomotive der Region.