Nina in Kenia – 2011

Vom 21.07.2011  bis 13.07.2011 verbrachten wir (Nina Metz und Lena Lorenz) drei Wochen in dem afrikanischen Staat Kenia, in Ukunda, wo sich das Kinderheim von dem Heppenheimer Verein „Future for Children“ e.V. befindet.

Seit Oktober 2010 bietet das Heim 16 Kindern im Alter von 3 bis 11 Jahren ein neues Zuhause.

Die Vorfreude war sowohl bei uns, als auch bei den Kindern riesengroß und der Empfang war sehr herzlich. Im Laufe dieser drei Wochen, die wir mit den Kindern erleben durften, konnten wir einen Einblick in den Alltag vom Leben im Kinderheim gewinnen. Die vielen Eindrücke der Umgebung, Menschen und Lebensumständen überraschten und beeindruckten uns jeden Tag aufs Neue.

Wenn die Kinder von der Schule kamen, machten wir mit ihnen Hausaufgaben und gaben ihnen Hilfestellung beim Lernen. Wir halfen den Hausmüttern im Haushalt und beim Zubereiten des Essens. Draußen halfen wir den Mitarbeitern beim Pflegen der Tiere, die als Nutztiere gehalten werden, damit sich das Heim selbst versorgen kann. Natürlich blieb uns und den Kindern auch Zeit zum Spielen, die wir z.B. mit Schaukeln und Ballspielen verbrachten. Trotz der ein oder anderen Sprachbarriere verstanden wir uns prächtig mit den Kindern!

Ein besonderes Erlebnis für die Kinder und uns war, dass wir zum Andenken an den Nationalfeiertag „Day of African Child“, der an 700 Opfer erinnert, zusammen mit den Kindern 700 Bäume auf dem Gelände gepflanzt haben. Jedes Kind bekam seinen eigenen Baum, den wir gemeinsam mit dem jeweiligen Namensschild und Bild versehen haben.

Insgesamt haben wir eine sehr schöne und unvergessliche Zeit in Kenia verbracht, die manchmal anstrengend war,  aber vor allem Spaß gemacht hat und uns um einige Erfahrungen reicher. Der dreiwöchige Aufenthalt im Waisenhaus hat uns in dem Glauben gestärkt, dass es den Kindern in „Future for Children“ sehr gut geht und sie sich sehr wohl fühlen, da sie die nötige Pflege und Aufmerksamkeit bekommen, die jedes Kind zum glücklich sein benötigt!

Daher möchten wir uns bei den Mitgliedern des Vereins „Future for Children“, und für die zahlreichen Spenden bedanken, die es den Kindern ermöglichen, so eine tolle Kindheit erleben zu dürfen!

Vor allem bei Maren und Lawrence möchten wir uns bedanken, die uns die drei Wochen bei ihnen ermöglicht und uns wir ihre eignen Kinder aufgenommen haben! Es wird für immer eine unvergessliche Zeit bleiben, an die wir uns gerne zurück erinnern!

Birgit und Ole in Kenia 2008

Reisebericht Juli 2008
von Ole und Birgitt

Wir (Birgitt und Ole) haben uns in diesem Jahr einen großen Traum erfüllt und haben das weitentfernte Kenia besucht. Zwei wesentliche Programmpunkte hatten wir uns für diese Zeit vorgenommen: Zum einen bot sich die Möglichkeit, Birgitts Schwägerin Maren sowie ihren Mann Lawrence zu besuchen und diesen Aufenthalt dazu zu nutzen sich einen Eindruck von ihrem Kinderhilfsprojekt “Future for Children” in Ukunda zu verschaffen. Andererseits reizte es uns, als laufbegeisterte Hobbysportler, die weltbekannten Wurzeln des Laufens aufzusuchen und in den kenianischen Hochebenen unter den gleichen Bedingungen wie viele große Talente im “Mekka des Laufens” zu trainieren.

Unser Aufenthalt begann mit der Ankunft in Mombasa (der Hafenstadt im Süden Kenias) und der Weiterfahrt ins südlich gelegene Diani Beach. Die Nachbargemeinde von Ukunda bietet mit seinen feinen weißen Sandstränden, seinen Palmen und dem sehr warmen Klima ideale Voraussetzungen für prosperierenden Tourismus. Dieser bleibt, zum Leidwesen der Einwohner, jedoch seit den Unruhen des vergangenen Jahreswechsel und der damit einher gegangenen Presse weitestgehend aus.

Unser Besuch vor Ort des Waisenhausprojekts hinterließ bei uns beiden einen nachhaltigen und bewegten Eindruck. In einer Umgebung, in der viele Menschen täglich “von der Hand in dem Mund” leben und ihr primäres Anliegen in Befriedigung von Grundbedürfnissen ist, erscheint es umso wichtiger nachhaltig, mit großer persönlicher Hingabe und im Einklang mit den Realitäten vor Ort tatkräftige Hilfe zu leisten. Das haben wir dort in beeindruckender Weise vorgefunden. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der dauerhafte Beitrag zur Bewirtschaftung der Einrichtung. So bietet heute z.B. der nicht risikolose Bau des Brunnens auch vielen Familien in der Nachbarschaft die Möglichkeit der Trinkwasserversorgung. Sie ersparen sich hiermit die bislang weiten Fußmärsche, sind dankbar und leisten durch die Abgabe einer geringfügigen Aufwandsentschädigung einen Beitrag zum Fortbestand. Dazu wird der Anbau von Getreide und Gemüse, das Halten einer Kuh (mittlerweile mit Kalb), von Hühnern sowie Ziegen zukünftig einen Großteil zur Lebensmittelversorgung der Einrichtung beitragen können. Der Umgang mit Nachbarn, Auftragnehmern und Hilfskräften erfolgt fair, bewusst und im Einklang mit den vorhandenen Ressourcen. Gespannt darf man insbesondere darauf sein, wie sich der Ort mit Leben füllen wird, wenn der solide und durchdachte Hausausbau vollständig abgeschlossen ist. Es hat uns wirklich tief beeindruckt, mit wie viel Einsatz, Vision und Durchhaltevermögen dieses Projekt tagtäglich voranschreitet.

Unser Weg führte uns im weiteren Verlauf, über einen Ausflug in den National Park “Tsavo East”, wo wir die Möglichkeit hatten, viele für uns spektakuläre Tiere (Elefanten, Löwen, Giraffen, Zebras, etc.) in freier Wildlaufbahn zu beobachten, in den Norden Kenias.


Iten als Nachbarort von Eldoret und in einer Höhe von ca. 2.500 Metern ü.N.N. bietet aufgrund seines Klimas, der Höhe sowie seiner Abgeschiedenheit ideale Voraussetzungen für intensives Lauftraining. Die Welt dort oben ist ländlicher geprägt als die Gegend rund um Mombasa. Die Uhren ticken im Vergleich zu unserem heimischen Zeitverständnis erheblich langsamer. Das Leben, der Tagesablauf und die  Ernährung sind einfacher dafür jedoch natürlicher weil direkter. Der Tag beginnt mit dem Sonnenaufgang und endet mit deren Untergang. Tägliche Erledigungen, wie das Besorgen von Trinkwasser oder die Wäsche von Hand waschen, sind beschwerlicher und viel zeitintensiver als bei uns. Dafür sind die Menschen offen, freundlich, bescheiden und ausgesprochen hart im Nehmen.  Letzteres dürfte wohl auch der Hauptgrund dafür sein, dass sie uns im Laufsport so überlegen sind.  Insgesamt ist das Dasein hart in Kenia. Die Infrastruktur (Straßen, Autos, Sicherheit, Strom- und Wasserversorgung, Hygiene, etc.) für unsere Verhältnisse meist mangelhaft. Umso imponierender war es mitzuerleben mit welchem Engagement und welcher Ausdauer die Bewohner aus ihren vielfach sehr beschränkten Möglichkeiten immer “etwas machen”. Auch hier lässt sich der Bogen zu der Einstellung der kenianischen Läufer spannen: Unter sehr widrigen und körperlich  besonders anstrengenden Rahmenbedingungen (v.a. die dünne Luft in 2.500m Höhe)  sind sie in der Lage ein für uns unerreichbares Trainingsprogramm absolvieren. Der Traum von internationalen Erfolgen, der für so manchen Läufer aus Iten schon Realität wurde – bestärkt viele von ihnen, hart zu trainieren, niemals aufzugeben und auf diese Weise der Armut zu entfliehen. Nur für die wenigsten wird sich dies erfüllen. Dennoch (er)tragen die meisten ihr Schicksal mit Würde und Demut. Dies zu erleben, macht eine Reise nach Kenia zu einem sehr wertvollen Erlebnis.