Eine Holzgitarre aus Kenia als Dankeschön – DA 15.06.2012

15. Juni 2012  | Von Nina von der Bey

Holzgitarre aus Kenia als Dankeschön

25 Jahre – Musikverein Gräfenhausen feiert Jubiläum – Vier Gruppen und viel soziales Engagement

Taktvoll geht es zu bei den „Taktlosen“, einer der vier Gruppen im Musikverein Gräfenhausen. In diesem Jahr waren die Musiker auch schon auf großer Fahrt: Nach persönlichen Kontakten hatte das befreundete „Siljan Mädchen- und Jungenorchester“, das in diesem Jahr sechzigjähriges Bestehen feiert, die Gräfenhäuser nach Norwegen eingeladen. Als Gastorchester gestalteten „Die Taktlosen“ mehrere Umzüge am norwegischen Nationalfeiertag mit und gaben ein gemeinsames Konzert mit dem befreundeten Orchester.  Foto: Alexander Heimann

Taktvoll geht es zu bei den „Taktlosen“, einer der vier Gruppen im Musikverein Gräfenhausen. In diesem Jahr waren die Musiker auch schon auf großer Fahrt: Nach persönlichen Kontakten hatte das befreundete „Siljan Mädchen- und Jungenorchester“, das in diesem Jahr sechzigjähriges Bestehen feiert, die Gräfenhäuser nach Norwegen eingeladen. Als Gastorchester gestalteten „Die Taktlosen“ mehrere Umzüge am norwegischen Nationalfeiertag mit und gaben ein gemeinsames Konzert mit dem befreundeten Orchester. Foto: Alexander Heimann
GRÄFENHAUSEN.

Der Musikverein 1987 Gräfenhausen besteht seit einem Vierteljahrhundert. Insgesamt beinhaltet er vier Musikgruppen, die gemeinsam alle Altersgruppen abdecken und sich der Blasmusik widmen. Dazu gehören das Nachwuchsorchester „MusiKids“ und das junge Orchester „Die Taktlosen“. Die Blaskapelle besteht aus 17 reifen Herren und spielt volkstümliche Musik, die „Count City Big Band“ hingegen hat sich dem Jazz verschrieben.
Gegründet wurde der Musikverein 1987 von zehn Gräfenhäuser Musikern unter Leitung von Achim Volz. Ihr Ziel: moderne Musik für Blasorchester spielen und in der Region etablieren. Bis dahin gab es in Weiterstadt traditionelle Blasmusik, die von der Sport- und Kulturgemeinschaft Gräfenhausen mitgestaltet wurde. Zu Beginn hatten die Gründungsmitglieder, die die Keimzelle der heutigen „Count City Big Band“ waren, nichts außer ihrer Instrumente.

Jubiläumsfeier

Ein Festwochenende zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen des Musikvereins gibt es im November (2. bis 4.). Dabei sind eine akademische Feier, Frühschoppen und Konzerte von den „Taktlosen“ sowie der Big Band geplant.

Für Noten mussten die Mitglieder 50 Mark spenden. Geprobt wurde in der Weiterstädter Albrecht-Dürer-Schule. Das erste eigene Konzert veranstaltete der Verein im November 1988. Zu diesem Zeitpunkt war das Orchester auf 30 Musiker angewachsen.
Durch Auftritte unter anderem in der Darmstädter Orangerie und dem Herrngarten kam Geld in die Vereinskasse, der Musikverein wurde immer erfolgreicher: 1991 etwa errang das Orchester bei einem Wertungsmusizieren des Hessischen Musikverbandes den ersten Preis.
Allerdings hielt es nicht stetig viele Mitglieder im Verein. 2003 waren nur noch zehn Gräfenhäuser aktiv. Sie wurden in das vereinseigne Nachwuchsorchester – heute „Die Taktlosen“ – integriert. Junge und ältere Musiker profitierten voneinander.

Zuwachs gab es 2008: Damals wechselte die Mehrheit des Blasorchesters der SKG in den Musikverein. Dabei merkten die Mitglieder der beiden Gruppen bald, dass ihre Stile sehr unterschiedlich sind. Der Musikverein hatte sich für Originalkompositionen, Film-, Musical- und Popmusik entschieden. Die Blasmusiker der SKG hingegen favorisierten alpenländische Musik. Man entschied, beide Musikrichtungen getrennt unter dem Dach des Vereins laufen zu lassen: „Die Taktlosen“ blieben ihrem Stil treu, und die Blaskapelle spielt bis heute erfolgreich Volksmusik.
Die Nachwuchsförderung war dem Musikverein von Anfang an besonders wichtig. 1990 entwickelte Diplom-Musikpädagogin Beate Petri ein Konzept zur Jugendarbeit. Sie bot musikalische Früherziehung für Kinder an. Unter der Leitung von Bernd Schuff gründete sich zudem das Kinderorchester „MusiKids“, das 1991 seinen ersten Auftritt hatte und heute fest im Verein verankert ist. 1999 übernahm Petri seine Leitung. Im Laufe der Jahre erspielte sich das Orchester zahlreiche Preise. Zudem arbeitet man bis heute mit der Schlossschule zusammen. „Die Schule hat immer wieder AGs angeboten. Da war auch Blasmusik gefragt. Das funktionierte recht gut“, erinnert sich Josef Schneider, erster Vorsitzender des Musikvereins. Ab 1997 hat sich die Blasmusik-Gruppe an der Schule fest etabliert. Heute gibt es außerdem in jedem Jahrgang der vierten Klasse eine Bläserklasse.
Zudem engagiert sich besonders die Jugend im Verein sozial: „Die Taktlosen“ geben regelmäßig Benefizkonzerte und wurden dafür mit dem Ludwig-Metzger-Preis für soziales Engagement ausgezeichnet. Die letzten Spenden gingen an das Projekt „Future for Children“, das ein Waisenhaus in Kenia betreut. „Über die Jahre entstand zwischen dem Waisenhaus und den jungen Musikern ein enger Kontakt“, sagt Schneider und zeigt eine kleine Holzgitarre, die die Waisenkinder dem Verein als Dankeschön geschickt haben.